Deutsche Tierheime in Not

Für die meisten Tierheime ist die Sommerzeit eine traurige Hochsaison. Insbesondere während der Urlaubszeit werden vermehrt Tiere ausgesetzt oder direkt in den Tierheimen abgegeben. Für Letztere bedeuten die Neuzugänge eine enorme zusätzliche Belastung, die sie nur dank tatkräftiger Unterstützung in Form von Spenden bewältigen können.

Für Menschen beginnt mit dem Sommer die schönste Zeit des Jahres. Während viele von ihnen sich auf den langersehnten Urlaub freuen, beginnt für zahlreiche Tiere die schlimmste Leidenszeit. Zu keiner anderen Zeit des Jahres werden so viele Tiere ausgesetzt oder in den Tierheimen abgegeben wie im Sommer. Diese Tiere brauchen nicht nur ein neues Zuhause und Nahrung, sondern auch viel Aufmerksamkeit und intensive Pflege. Das alles kostet Geld – Geld, das den meisten deutschen Tierheimen fehlt. Knapp 50 Prozent aller deutschen Tierheime würden ohne Spenden Insolvenz anmelden müssen, so der Deutsche Tierschutzbund.

Obwohl Tierheime eine sehr wichtige Aufgabe für die einzelnen Kommunen übernehmen, verstehen sie sich nicht als ausführende Organe der Behörden. Als Tierschutzeinrichtungen leisten sie einen bedeutenden Beitrag, um in Not geratenen Tieren zu helfen. Jeden Tag aufs Neue bieten sie sachkundige Tierschutzhilfe mit artgerechter Betreuung und Pflege der Tiere. Dabei wird der Großteil der Arbeit nach wie vor auf ehrenamtlicher Basis geleistet. Eine großangelegte Umfrage des Deutschen Tierschutzbundes hat ergeben, dass Kommunen nicht mehr als 25 Prozent der im Tierheim anfallenden Kosten übernehmen. Den Rest müssen die Tierheime größtenteils durch Spenden ausgleichen. Mehr dazu können Sie im Interview mit Evelyn Ofensberger erfahren, der Leiterin der Rechtsabteilung des Deutschen Tierschutzbundes, Sie finden es hier im PDF-Format.

Bundesweit angelegte Kampagnen wie zum Beispiel „Wir helfen den Helfern“ von CosmosDirekt wollen deutschen Tierheimen in ihrer Notsituation helfen. Neben finanzieller Unterstützung soll mit der Kampagne auch die problematische Stellung der deutschen Tierheime in der Gesellschaft öffentlich gemacht werden. Der Deutsche Tierschutzbund engagiert sich bereits seit vielen Jahren in diesem Bereich und ruft Jahr für Jahr neue Aktionen und Kampagnen aus, die auf die Notlage in den deutschen Tierheimen aufmerksam machen sollen. Mit der Kampagne „Rettet die Tierheime“ wendet sich der Bund sogar an die einzelnen Mandatsträger in den Kommunen, damit eine Partnerschaft mit den örtlichen Tierschutzvereinen endlich zustande kommen kann. Auf seiner Internetseite ruft der Deutsche Tierschutzbund regelmäßig zu Spenden und der Teilnahme an Tierschutzaktionen auf. Denn gerade in der Sommerzeit hilft den Tierheimen jede noch so kleine finanzielle Zuwendung weiter.

Um weiterhin ihre bemerkenswerte Arbeit leisten zu können, sind die fleißigen Helfer jetzt selbst auf Hilfe angewiesen. Hier kannst auch du einen Beitrag zur Rettung der deutschen Tierheime leisten.


Bildrechte: Flickr Chats de l’Hérault Isabelle Blanchemain CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

14 Comments
  1. Schlüsselnotdienst 2 Jahren ago

    Hätte ich unbegrenzt Platz zuhause dann würde ich auch mehr Tiere aufnehmen, wir haben 2 Hunde aus dem Tierheim und ich bin so froh das wir die nehmen konnten, sie waren so scheu aber mittlerweile sind sie wieder wohlauf.

  2. Thomas 2 Jahren ago

    Ich denke mal, jedem gesunden Menschen dürfte klar sein, dass ein Tierheim wirtschaftlich nicht rentabel sein kann, sodass es stets auf fremde (finanzielle) Hilfe angewiesen ist.
    Und wenn die Arbeit dort sowieso schon auf ehrenamtlicher Basis vollbracht wird, warum also nicht diejenigen unterstützen, die von ihrer Arbeit voll überzeugt sind und auch eine wichtige soziale Aufgabe übernehmen?
    Spenden sind für solche Einrichtungen überlebenswichtig.

  3. Erna 2 Jahren ago

    Wir haben auch in unserer Gegend ziemliche Probleme mit Tierheimen. Unterstützung wird zwar angeboten, die ist aber meist nur temporär und kann den Ansturm nicht bewältigen. Oft hilft den Tierheimen eine Spende, aber viele spenden nur einmalig oder sind sich des Problems gar nicht bewusst. Deshalb finde ich deinen Artikel wichtig, um Aufmerksamkeit zu vermitteln!

    Lieben Gruß, Erna

  4. Susi 2 Jahren ago

    Die kleinen Fellnasen tun mir immer sooo leid ;( komme mal öfter vorbei

  5. Darius 2 Jahren ago

    Es ist wirklich traurig das Tierheime an allen ecken Sparen müssten, Ferner findet ihre Tolle Arbeit viel zu wenig Anerkennung.

  6. lennert Bartels 2 Jahren ago

    Danke für diesen informativen Beitrag !
    In Hamburg gibt es auch eine menge Probleme mit den Tierheimen. Der Tierheim in meiner Umgebung ist auch ziemlich überfordert. ich finde, dass Spenden eine gute Sache für ein Tierheim ist, aber darauf kann man trotzdem nicht langfristig bauen, weil die Spenden meisten unregelmäßig getätig werden und deshalb nichts festes sind. Ich finde die Tierheime brauchen auch anderweitige bzw. mehr Unterstützung wie z.B vom Staat. Ich finde es richtig Klasse, dass du ein Zeichen mit deinem Artikel setzt, mach bitte weiter so! Mit besten Grüßen ! Das Team von Sixpack bekommen !

  7. Petra 2 Jahren ago

    Tiere zu Hause können wie leider nicht nehmen, weil wir zwei kleine Kinder haben und die Tochter hat Allergie gegen Hunden. Aber haben wir schon mal was gespendet.

    Gruß,
    Petra

  8. Mähroboter 2 Jahren ago

    Also dass Tierheime unterstützt werden müssen ist denke ich jedem gesundem Menschen klar, denn rentabel kann dieser zeitintensive Job mit SIcherheit nicht gemacht werden. Dafür braucht es viel Liebe und Idealismus. Am Ende leiden halt immer die armen kleinen Vierbeiner darunter 🙁

  9. Puzzle Shop 2 Jahren ago

    Tierheime werden immer auf Spenden angewiesen sein. Ich halte es aber für sehr bedenklich wie viele Menschen sich ein Haustier anlegen und es später bei erst bester Gelegenheit ins Tierheim bringen.
    Ist ja klar warum es immer im Sommer zu so vielen Zuwächsen in den Tierheimen kommt. Die Leute gehen für länger in die Ferien und haben niemand der aufpasst. Oder noch schlimmer, dass Tier ist nicht mehr erwünscht.
    Tierheime sind eine tolle Sache und in gewissen Fällen gibt es auch gute Gründe sein Tier dort abzugeben. Die meisten Leute überlegen sich aber vor dem Kauf eines Tieres nicht, was sie damit eigentlich auf sich nehmen. Das ist das Problem!

  10. Simon 2 Jahren ago

    Ich finde es sollte auch mehr staatliche Förderung geben. Denn dies ist ein so wichtiger Beruf der schon an sich ehrenamtlich verläuft. Da gibt’s Menschen die mit leidenschaft dahinter stehen und vollen Respekt verdienen! Zudem ist es ja auch im Sinne des Landes, keine verwirrten streunenden Tiere zu haben. So traurig, wie leichtsinnig sich Menschen ein Tier kaufen um dann im Sommer zu merken, dass es bei den Reiseplänen stört. Da sollte auch beim Verkauf der Tiere vermehrt drauf hingewiesen werden. Zudem sollte es für sowas Strafen geben. Die gehen dann am besten an Tierheime. LG

  11. Jenni 2 Jahren ago

    Ich finde es schade, das die meisten Menschen sich nicht Tiere aus dem Tierheim holen, sondern eher aus einer Zucht.

  12. Eva 2 Jahren ago

    Wow. Sehr interessanter Artikel. Zum Glück gibt es viele Menschen die freiwillig helfen. Eigentlich sollte der Staat ein bisschen Förderung locker machen.

    Ich hätte niemals gedacht, dass die meisten Tiere im Sommer ausgesetzt werden – ich dachte immer so im Frühjahr. Aber klar, so ein Tier muss ja während dem Sommerurlaub irgendwo hin und man merkt, dass es halt doch eine kleine Belastung und Verantwortung mit sich bringt. Da merkt man eigentlich wie kurzfristig viele Menschen denken können …

  13. Tina 2 Jahren ago

    Traurig, wenn die meisten die Tiere woanders holen, anstatt aus dem Tierheim:(

  14. Stefan 7 Monaten ago

    Ich persönlich würde mir auch eher ein Tier aus dem Tierheim holen. Die dortigen Tiere hatten in den seltensten Fällen ein wirklich schönes Leben. Eine Freundin hat sich auch einen Hund aus dem Tierheim geholt und der Hund ist einer der liebsten und dankbarsten Tiere die ich kenne!

    lg Stefan

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