Welpe trinkt nicht – Das kannst Du tun

Ein Welpe bringt viel Freude ins Haus, bedeutet aber auch Arbeit: Neben der nötigen Erziehung ist es auf jeden Fall Pflicht, den Gesundheitszustand des kleinen Hundekindes ständig im Blick zu haben. Dazu gehört insbesondere, dass er genug frisst und auch trinkt.

Leider gibt es doch einige Welpen, die letzteres zunächst nicht hinbekommen und die Flüssigkeitsaufnahme verweigern. In den folgenden Zeilen erkläre ich dir, woran das meistens liegt und welche Lösungsmöglichkeiten Du hast.

Typische Ursachen

Es gibt viele Ursachen dafür, dass ein Welpe nicht trinkt. Einige sind psychischer Natur, andere haben körperliche Ursachen. Häufig liegt es an einem der folgenden Gründe:

  • Der Hund hat sich ans neue Zuhause noch nicht gewöhnt, und ist daher so ängstlich oder nervös, dass er sich nicht traut, zu trinken.
  • Der Welpe ist sich noch unsicher, wie man eigentlich aus einem Napf trinkt. Dazu tragen dann auch zu hohe/große Näpfe bei.
  • Das Tier leidet unter gesundheitlichen Problemen, z.B. Magen-Darm-Leiden oder Parasitenbefall.

Noch mehr mögliche Ursachen findest Du hier.

Flüssigkeitsbedarf eines Welpen

Generell braucht ein Welpe etwa 50 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. An heißen Tagen oder bei starker körperlicher Aktivität kann der Flüssigkeitsbedarf aber auch deutlich höher sein. 

Auch bei Fütterung extrudierter Kroketten sollte etwas mehr getrunken werden, denn dieses Trockenfutter bindet Wasser, wodurch der Welpe nicht komplett hydriert wird.

Dehydrierung wird bei Jungtieren schnell gefährlich

Sollte der Welpe nur wenig oder sogar gar nichts trinken, musst Du schnell einschreiten: Eine Dehydrierung macht sich bei jungen Tieren nämlich viel schneller bemerkbar als bei erwachsenen Hunden, manchmal sind schon nach wenigen Stunden erste deutliche Anzeichen zu sehen.

Körperliche Folgen von Flüssigkeitsmangel umfassen u.a. ein geschwächtes Immunsystem, Herz-Kreislauf-Probleme, Wachstumsstörungen und in schlimmen Fällen auch Organversagen.

Wenn dein kleiner Schützling sich weigert, Flüssigkeit aufzunehmen, kann das also schnell zu einem Notfall werden. Deshalb solltest Du sofort einschreiten und alles tun, damit das Tier möglichst lückenlos hydriert ist.

So bringst Du deinen Welpen zum Trinken

Um den Welpen zum Trinken zu bringen, gibt es verschiedene Strategien, die sich in der Praxis bewährt haben. Sofern keine gesundheitlichen Gründe für die Verweigerung der Flüssigkeitsaufnahme verantwortlich sind, stehen die Chancen sehr gut, dass der Vierbeiner so die Kurve kriegt.

Den richtigen Wassernapf wählen

Zum einen hilft es oft ungemein, einen Wassernapf zu wählen, der für den Welpen auch erreichbar ist: Dieser sollte möglichst tief sein, so dass das Jungtier keine Probleme hat, die Flüssigkeit mit der Zunge aufzunehmen.

Leider sind viele Näpfe von Erstausstattungen eher für erwachsene Tiere gedacht, oft empfiehlt es sich also, noch einmal eine Welpengröße nachzukaufen.

Das bedeutet auch, dass der Napf immer gut gefüllt sein muss: Je höher der Wasserstand, desto einfacher wird das Trinken.

Dem Tier Zeit & Ruhe geben

Dabei solltest Du Ruhe bewahren und dem Hund alle Zeit der Welt geben. Ideal ist es so auch, wenn der Welpe möglichst unbehelligt am Wassernapf steht. 

Wenn er dich oder sogar einen anderen Hund wahrnimmt, kann es nämlich durchaus sein, dass er die Situation missversteht: Er sieht Dritte dann als ranghöhere Rudelmitglieder, denen der Vortritt gelassen werden muss.

Ein paar ruhige Worte und auch Lob, wenn der Hund getrunken hat, sind aber absolut in Ordnung.

Nassfutter oder in Wasser eingeweichte Kroketten

Welpen, die “trinkfaul” sind, können auch mit Nassfutter ernährt werden. Der Feuchtegehalt dieser fleischigen Mischungen beträgt im Regelfall zwischen 60 und 80 Prozent. Das ist zwar nicht genug, um den Wasserbedarf ganz zu stillen, eine starke Dehydrierung wird aber oft verhindert.

Wenn Du Trockenfutter gibst, kannst Du es einige Tage lang in Wasser einweichen: Auch auf diese Weise wird der Welpe mehr Flüssigkeit zu sich nehmen. Das sollte aber kein Dauerzustand werden, da ansonsten u.a. die zahnpflegende Wirkung der Kroketten nicht zum Zuge kommt.

“Lockmittel” verwenden

Deutlich vielversprechender sind “Lockmittel” im Wassernapf. Dabei handelt es sich um Futterstücke, Obst oder ein geschickt auf der Wasseroberfläche platziertes Spielzeug.

Der Welpe wird dann neugierig werden und versuchen, mit seinem Maul nach dem Gegenstand zu schnappen. Dabei macht er notgedrungen eine Trinkbewegung und nimmt Flüssigkeit auf. Dieser Trick eignet sich auch hervorragend, um dem Tier beizubringen, wie man säuft.

Für starke Trinkverweigerer: Spritze als unangenehme Option

Eine etwas harte Lösung, zu der von Experten eigentlich nur im Notfall gegriffen wird, sind Spritzen ohne Nadel. Diese werden mit Wasser gefüllt und dem Vierbeiner dann ins Maul gejagt.

Vorteil dieser Methode ist, dass der Hund quasi dazu gezwungen wird, zu trinken. Allerdings ist es für den Vierbeiner auch sehr unangenehm, auch Schluckbeschwerden können dann auftreten. Mit etwas Pech erschwert es dem Welpen dann sogar, das Trinken zu lernen.

Deshalb sollte diese Option eigentlich nur dann gezogen werden, wenn der Hund schon stärkere Dehydrierungs-Anzeichen zeigt, so z.B.

  • Apathische Verhaltensweisen
  • Nervosität
  • Trockene Schnauze, Hund speichelt kaum
  • Sehr faltige Haut oder
  • Wenig Urin, der dann einen starken Gelbton hat.

Elektrolytlösungen hydrieren den Vierbeiner schneller

Um einen Flüssigkeitsmangel schnell auszugleichen, können Elektrolytlösungen helfen. Diese sind auch für Haustiere erhältlich und sorgt dafür, dass Organe, Zellen und Blut effektiv mit Wasser versorgt werden.

Tierarzt als Helfer in der Not

Allerdings fruchten diese Tipps nicht immer: Wenn ein gesundheitliches Problem hinter der Trinkverweigerung steckt, solltest Du mit dem Welpen auf jeden Fall zum Tierarzt.

Welpen müssen regelmäßig entwurmt werden

Dieser wird in einem ersten Schritt feststellen, ob eventuell Parasiten schuld am Verhalten sind und das Entwurmungs- und Impfschema genau prüfen. Um diese Ursache auszuschließen ist es eigentlich Pflicht, den Hund bereits prophylaktisch entwurmen zu lassen.

Welpen können sich bereits im Mutterleib mit Parasiten anstecken. Schon kleine Wurm-Populationen, die bei erwachsenen Tieren unbemerkt bleiben, können schnell böse Schäden verursachen. Experten empfehlen daher, Jungtieren etwa alle drei Monate geeignete Antiparasitika zu geben.

Tier sollte bei Trinkverweigerung frühstmöglich vorgezeigt werden

Ansonsten gilt: Bei Trinkverweigerung solltest Du lieber etwas zu oft als zu spät zum Tierarzt gehen. Das bedeutet, dass Du dir spätestens nach einem Tag ohne Flüssigkeitsaufnahme Sorgen machen solltest.

Der Körper der kleinen Vierbeiner ist dann zwar noch nicht ganz ausgezehrt, aber auf dem Weg dorthin. Mit professioneller Hilfe ist es dann noch möglich, so einzuschreiten, dass keine Folgeschäden auftreten – manchmal auch mit Hilfe von Infusionen.

2 Comments
  1. Daniel 6 Monaten ago

    Wenn der Welpe nicht trinkt, sollte man sich ernsthaft um das Problem kümmern. Es soll der kleinen Fellnase schließlich auch gut gehen. Herzlichen Dank für die nützlichen Tipps und weiter so! Ich konnte schon viel über Haustiere lernen. LG Daniel

  2. Robin 3 Monaten ago

    Ich hatte zum Glück nie den Fall gehabt zu haben, dass mein Hund nicht getrunken hat, auch als Welpe nicht. Allerdings ist es so, dass mein Hund scheinbar nicht gelernt hat richtig zu trinken. Er verschüttet gefühlt immer die halbe Schüssel auf dem Boden. Daher wolle ich an der Stelle einfach mal fragen ob ihr sowas in die Richtung kennt und ob ihr Tipps habt, dass der Hund das Trinken wieder „lernt“?

    LG Robin

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