Experteninterview mit Birgitta Ornau von Terra Canis

Katzenfutter Test - Terra Faelis

Ich freue mich heute ein Interview mit Birgitta Ornau, zum Thema Katzenfutter, veröffentlichen zu dürfen. Birgitta Ornau ist die Gründerin der Terra Canis GmbH, welche das Hundefutter Terra Canis und das Katzenfutter Terra Faelis produziert.

Terra Canis und Terra Faelis sind Tierfuttermittel, welche in einer Metzgerei hergestellt werden. Damit Tierfutter in einer Metzgerei hergestellt werden kann in der auch Lebensmittel für Menschen hergestellt werden, müssen bei der Tierfutterherstellung die gleichen hygienischen Standards eingehalten werden. Dadurch kann garantiert werden, dass jedes Tierfutter, welches die Metzgerei verlässt erstklassige Qualität beinhaltet.

Genau das wollte Birgitta Ornau mit der Gründung der Terra Canis GmbH erreichen. Ihr Ziel war es ein Tierfutter herzustellen, dass die Bedürfnisse von Katzen und Hunden erfüllt ohne chemische Zusätze oder Tierreste. Wie Birgitta Ornau auf diese Idee gekommen ist kannst du im folgenden Interview lesen.

 

Katzenfutter Test - Terra Faelis

Terra Faelis

Woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass viele Tierhalter so wenig über artgerechte Ernährung wissen und warum gibt es so wenig hochwertiges Tierfutter?

Hier spielen in meinen Augen 2 Aspekte eine Rolle.

  1. Der Heutige Verbraucher ist in seinem Leben meist stark gefordert und Zeit ist Mangelware. Die wenigsten Menschen haben bzw. nehmen sich die Zeit, sich mit Themen wie Deklaration von Konsumgütern, Lebensmittel- oder Futtermittelverordnungen und der Ernährung von Katze und Hund intensiv auseinander zu setzen.
  2. Zudem verstehen es die Hersteller (die Industrie) wunderbar, Ihre Produkte werblich in ein so perfektes Bild zu setzten und gleichzeitig durch die Werbebotschaften und das Marketing von den Deklarationen abzulenken, die ohnehin meiste nicht sonderlich aufschlussreich sind. Der Verbraucher hinterfragt also in den meisten Fällen das Produkt nicht. Und es ist nach wie vor das blinde (naive) Vertrauen in diese Firmen „die würden doch nie was in das Futter machen, was für Hund und Katze nicht gut ist bzw. schadet.

Warum gibt es so wenig wirklich artgerechtes und hochwertiges Tierfutter?

Ganz einfach, die Futtermittelindustrie ist nicht entstanden, weil sich einige Menschen irgendwann einmal dachten, dass es an der Zeit sei, ein gesundes, artgerechtes  industriell hergestelltes Futter zu produzieren. Das Gegenteil ist der Fall. Die Herstellung von handelsüblichem Hunde- und Katzenfutter (Ausnahmen ausgenommen)  fällt in den Bereich der Abfallwirtschaft.

In der Abfallwirtschaft gibt es zwei Bereiche. Gewisse Abfälle müssen aufgrund ihrer Beschaffenheit umgehend entsorgt und vernichtet werden. Andere Abfälle dürfen/können recycelt/weiterverarbeitet werden. So ist es auch bei Nahrungserzeugnissen. Alles, was für den menschlichen Verzehr grundsätzlich nicht zugelassen ist bzw. aufgrund minderer Qualität/erhöhter Keimzahlen nicht mehr zugelassen ist, darf nicht mehr für die Herstellung von Lebensmitteln für den Menschen verwendet werden. Damit ist es Abfall. Hier zu unterscheiden ist K1, K2 und K3.

K1 und K2 sind so minderwertig (Krankheitskeime, Bakterien, kontaminiert etc), dass es umgehend zu kennzeichnen und zu vernichten ist. K3 Material hingegen ist zwar Abfall (Gastronimieabfälle, Altöle, Altfette, Schlachtabfall, tierische Nebenerzeugnisse, überlagertes Fleisch etc) darf aber laut der Futtermittelverordnnung zu Biogas oder eben zu Hunde- und Katzenfutter verarbeitet werden. So steht es in der Futtermittelverordnung.

Dieses Material muss ebenfalls gekennzeichnet werden und verlässt in der Regel die Kühlkette. Dieses Material geht üblicherweise zu den Herstellern von Hunde- und Katzenfutter, bei denen in zugelassenen Futtermittelbetrieben verarbeitet wird. Und das ist letztlich die Idee, die hinter der Futtermittelindustrie steckt.  Die gewinnbringende Veredelung von billigen Lebensmittelabfällen. Die artgerecht gesunde Ernährung war hier sicher nicht der Ursprungsgedanke.

Wie sind sie auf die Idee gekommen gesundes Hunde- und Katzenfutter selbst zu produzieren?

Weil ich kein Futter im gesamten Markt gefunden habe, welches meinen Ansprüchen gerecht wurde. Offene  und ehrliche Deklaration, artgerechte Zusammensetzung der Nahrungsbestandteile, die Qualität, die Tiere in der Natur auch zu sich nehmen (frische Beute und eben kein Abfall mit unzähligen synthetischen Zusätzen)

In dem Zusammenhang hatte ich mich sehr intensiv mit der Futtermittelindustrie, den Gesetzen und der Futtermittelverordnung auseinander gesetzt.

Wie haben Sie sich Ihr Wissen über die Herstellung von Tierfutter und die Bedürfnisse von Hunden und Katzen angeeignet?

Ich habe sehr viel gelesen über die natürliche artgerecht Ernährung von Wölfen, Wildkatzen und eben Hunden und Katzen. Auch habe ich sämtliche veterinärmedizinische Literatur dazu studiert. Ich habe an Seminaren zur Ernährung  teilgenommen und bei der Entwicklung der Menüs mit Ernährungsspezialisten und Tierärzten zusammen gearbeitet.

Sie lassen das Futter in einem Metzgereibetrieb herstellen. War es schwer einen Metzger zu finden, der bereit war Tierfutter herzustellen und auf welche Probleme sind Sie gestoßen?

Ja, das war sehr schwer. Da es sich um Hunde- und Katzenfutter handelte, waren die meisten Metzger nicht dazu bereit, weil eben dieses Futter üblicherweise auf  Abfallbasis hergestellt wird. Obwohl meine Idee war auf reiner Lebensmittelbasis zu arbeiten, waren die meisten voreingenommen.

Die Metzgerei in München war dann dazu bereit. Ich habe fast ein ganzen Jahr gesucht. Das Problem waren dann die Behörden. Gesetzlich muss die Lebensmittelproduktion und die Futtermittelproduktion aufgrund der minderwertigen Qualität von K3 Material strikt getrennt  gehandhabt werden.

Da wir aber konsequent nachweisen konnten, dass zu 100% reine Lebensmittel für Terra Canis und Terra Faelis verwendet werden, die ebenso für Menschen verwendet werden können, darf die Metzgerei in München unser Hunde- und Katzenfutter produzieren. Dies wird nach wie vor sehr streng kontrolliert. Wir stellen sozusagen ein reines Lebensmittel her. Es wird erst zu Hunde- und Katzenfutter, wenn die Etikette aufgebracht wird.

Ich möchte mich an dieser Stelle für das Interview und die Offenheit bei Frau Ornau bedanken.

Hier kannst du die Produkte von Terra Canis und Terra Faelis online kaufen.

Bewerten: Experteninterview mit Birgitta Ornau von Terra Canis: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 4,67 von 5 Punkten, basieren auf 3 abgegebenen Stimmen.

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4 Comments
  1. Silke 4 Jahren ago

    Mir gefällt der Absatz mit der Abfallwirtschaft extrem gut. Man könnte es nicht plastischer darstellen.
    Leider mögen meine Terra Faelis nicht so sehr, was ich natürlich schade finde, besonders nachdem ich jetzt die Informationen über den Herstellungsprozess habe.
    LG Silke

    • Author
      stephan 4 Jahren ago

      Du bist ja sowieso am Barfen, da ist es ja nicht so schlimm, wenn deine 3 Das Futter nicht anrühren ;-).

      • Silke 4 Jahren ago

        Nee, nur die beiden Kater sind „auf roh“, Lucy zickt noch etwas rum, die ist noch „auf Dose“ mit eingearbeitetem Rohanteil. Weiber! Natürlich gehen die Kater an Lucys Dosenkost auch noch dran. Männer! 😉

        • Author
          stephan 4 Jahren ago

          Das kommt mir sehr bekannt vor, Mein Katzer versucht auch immer erst an Linas fressen zu kommen bevor er sich über sein eigenes her macht.

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